In Veränderung motivieren

Mitarbeiter verschiedener Unternehmen und der Bundeswehr berichten über Motivation bzw. Demotivation am Arbeitsplatz und Auswirkungen der Digitalisierung.

 

Mitarbeiterin Jordahl GmbH

 

Frage: Was sind deine Erwartungen an deinen Arbeitsplatz, deine Kollegen und Vorgesetzten? Was sind deine Motive?

 

Spaß, Kommunikation und Transparenz sind wichtig. Wenn klar ist, warum etwas so oder so getan werden muss, ist es einfacher die Motive anderer nachzuvollziehen und sich selbst zu motivieren. Flache Hierarchien und schnelle Entscheidungen helfen.

 

Frage: Wie wurdest du in der Vergangenheit motiviert bzw. demotiviert?

 

Ich selbst finde es gut einen Handlungsspielraum zu haben, Leitplanken, innerhalb derer ich mich selbst entwickeln und entscheiden kann. Situationen, in denen ich gleichberechtigt Entscheidungen treffen konnte und Ideen einbringen konnte, haben mich immer mehr motiviert als das simple Ausführen von Tätigkeiten.

 

Frage: Wie motivierst du deine Mitarbeiter?

 

Feedback und Lob. Transparenz und Offenheit. Ich erkläre viel, warum eine Entscheidung getroffen wurde und diskutiere mit meinen Kollegen. Ich lasse andere Meinungen zu und versuche meine Kollegen dahin zu bringen, selbst entscheiden zu wollen, unterstütze aber, wenn sie Hilfe brauchen. Ich habe immer eine offene Tür.

 

Frage: Welche Erfahrungen zur Motivation hattest du bezüglich der zunehmenden Digitalisierung in deinem Unternehmen?

 

Digitalisierung kann helfen Prozesse transparenter zu machen und damit eine offene Diskussionskultur zu fördern (Wir haben z.B. gerade eine Innovationssoftware eingeführt, die den Innovationsprozess transparent macht: Eingereichte Ideen können von allen gesehen und bewertet werden.) Bei örtlich voneinander getrennten Teams ist es enorm wichtig, dass alle ein gleiches Ziel vor Augen haben und gemeinsam arbeiten. Durch die Entfernung ist es einfacher sich zurückzulehnen und die anderen arbeiten zu lassen.

 

Mitarbeiter Daimler AG

 

 

Frage: Wie wurdest du in der Vergangenheit motiviert bzw. demotiviert?

 

Bei mir reicht es, mich nicht zu demotivieren z.B. durch Mikromanagement, Entscheidungsträgheit, Unprofessionalität.

 

Frage: Wie motivierst du deine Mitarbeiter?

 

Ich versuche durch klare Strukturen und Zuständigkeiten die Eigenverantwortung zu stärken. Mit möglichst klaren Zielen und Prioritäten ebne ich den Weg, der dann jedoch eigenverantwortlich gegangen werden muss. Ich versuche so den für mich persönlich größten Demotivator Mikromanagement zu vermeiden.

 

Frage: Welche Erfahrungen zur Motivation hattest du bezüglich der zunehmenden Digitalisierung in deinem Unternehmen?

 

Ich hasse schlechte Software die halbgar und meistens ohne Schulung übergeholfen wird. Demotiviert sehr, da die Ineffizienz bewusst in Kauf genommen wird. Beispiele: SAP, neue Änderungsmanagement-Software, Urlaubsplanung im Intranet. Richtig gute Software ist selbsterklärend und anwenderfreundlich. Z.B.: iPhone, thinkcell (Zusatzbaustein für PowerPoint), MS Lync (skype for Business).

 

Bundeswehr

 

Frage: Was sind deine Erwartungen an deinen Arbeitsplatz, deine Kollegen und Vorgesetzten? Was sind deine Motive?

 

Meine Motive sind für mich: Interesse an der Arbeit, Anerkennung der Vorgesetzten, Selbstverwirklichung, persönliche Weiterentwicklung, eine Herausforderung, die nicht überfordert und auch nicht unterfordert, Abwechslung am Arbeitsplatz und Kollegen, die ebenso motiviert sind wie ich.

Die Erwartungen an meinen Arbeitsplatz sind kurze Fahrtwege sowie symphatische Kollegen, mit denen man auch mal lachen kann. Weiterhin muss mir die Arbeit Freude bereiten, in einer Umgebung die Ruhe und Kreativität zulässt. Mit Kollegen muss man sich auch mal über Themen außerhalb der Arbeit unterhalten können. Zugleich sollten Zuarbeiten von Kollegen pünktlich und ohne große Nacharbeit erfolgen.

Vorgesetzte müssen aus meiner Sicht Zielvereinbarungen vorgeben und diese auch kontrollieren. Weiterhin sollten sie mich auch bei unliebsamer Arbeit  motivieren können und Probleme hinterfragen.

 

Frage: Wie wurdest du in der Vergangenheit motiviert bzw. demotiviert?

 

Motiviert werde ich durch Nachfragen, Wertschätzung, Ziele anpassen, Hilfestellung. Früher Feierabend, wenn eine Aufgabe erledigt wurde.

Mich demotiviert es, Aufgaben verteilen, ohne vorheriges Nachfragen, ob man diese überhaupt stemmen kann. Kurzfristige Versetzung ohne Alternativen. Offene Stellen im Unternehmen, die man dann aber nicht ausüben darf.

 

Frage: Wie motivierst du deine Mitarbeiter?

 

Offene Gespräche führen, aktiv zuhören und bei deren Problemen Hilfestellungen geben. Erfahrungen weitergeben. Kontrolle der Arbeitsfortschritte. Wertschätzung. Vorteile von Veränderungen erläutern. In die Entscheidungsprozesse miteinbeziehen.

 

Frage: Welche Erfahrungen zur Motivation hattest du bezüglich der zunehmenden Digitalisierung in deinem Unternehmen?

 

Bei Einführung von Neuem muss auf den Widerstand und die Bedenken der Mitarbeiter eingegangen werden. Zum Beispiel: Vieraugengespräche führen, Vorteile erläutern, mit einer gewissen Testphase einführen, Änderungswünsche zulassen. Vor allem die älteren Mitarbeiter benötigen zusätzliche Gespräche und Überzeugungsarbeit.

Tipp: Mitarbeiter, die in der Belegschaft großes Vertrauen genießen, überzeugen und diese die neuen Ideen an die Mitarbeiterschaft weiterverteilen lassen oder Schlüsselpersonen überzeugen, dann ist es ein Selbstläufer.

 

Frage: Wie motivierst du deine Mitarbeiter?

 

In Zeiten von Umstrukturierungsmaßnahmen sind personelle Wechsel bzw. Veränderungen Teil des Dienstes. Nicht immer trifft die dienstliche Notwendigkeit den persönlichen Wunsch der Betroffenen. Durch transparente Personalgespräche muss die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme klar herausgestellt werden. Gleichzeitig muss der Fokus auf das Gelingen der Organisation bzw. der Gruppe gelegt werden und die Wichtigkeit sowie die Möglichkeiten der neuen Funktion aufgezeigt werden. Ein Aufzeigen von Anlaufstellen für die Einarbeitung in einen neuen Dienstposten im Sinne eines Mentorenprogrammes ist unabdingbar für eine hohe Mitarbeitermotivation. Zusammengefasst sind der ehrliche Umgang mit dem Anlass für die Veränderungsmaßnahme, Transparenz und Hilfestellungen die Schlüssel zum Erfolg.